Erdöl

Erdöl, englisch Petroleum, ist ein flüssiges, natürlich vorkommendes Gemisch aus Kohlenwasserstoffen, das unter dem Eigendruck der Lagerstätte oder mit mechanischen Hilfen gefördert werden kann.
Erdöl hat eine Doppelfunktion: Es ist weltweit der wichtigste Primärenergieträger und zugleich der notwendige Rohstoff für die Petrochemie, mit ihrer außerordentlichen Produktvielfalt von Kunststoffen bis zu Medikamenten. Aufgrund dieser Bedeutung wird Erdöl auch das »schwarze Gold« genannt. Die Erdölreserven sind regional sehr ungleichmäßig verteilt, wobei der Nahe Osten über das größte Gesamtpotenzial verfügt, gefolgt von Nordamerika und der GUS. Die außerordentliche Bedeutung und ungleichmäßige Verteilung des Erdöls begründet auch seine enorme politisch-strategische Bedeutung.

Entstehung

In der Kreide- und der Jurazeit, vor 65-200 Millionen Jahren, sanken tote Meereslebewesen in den Faulschlamm von flachen Meeren und küstennahen Gewässern und wurden dort einem langwierigen Abbauprozess unterworfen. Das in hohen Konzentrationen vorhandene Salz wirkte zunächst konservierend, so dass die gewöhnlichen Fäulnisprozesse nicht stattfinden konnten. Im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende lagerten sich viele Schlammschichten darüber. Unter hohem Druck und hoher Temperatur wandelten dann anaerobe Bakterien den sauerstoffarmen Faulschlamm um, so dass allmählich die Erdöl- und Erdgas-Lagerstätten entstanden.

Quelle: http://www.seilnacht.com/Lexikon/erdoel.html
 
Erdöl wurde bereits im Altertum als Heizmaterial, zum Beleuchten, als Wagenschmiere oder als Mörtel verwendet. Das Öl besteht aus einem Stoffgemisch von mehr als 500 Komponenten, von denen einige an der Luft zur 1) Polymerisation neigen. Aus diesem Grund verdicken sich manche Erdölsorten beim Aufbewahren im Labor. Die industrielle Förderung von Erdöl begann etwa im Jahre 1854, im Untertagebau in Polen. Weltberühmt wurde aber erst die Bohrung nach Öl, die im August 1859 durch Edwin L. Drake in den USA durchgeführt wurde. Er stieß in nur 21 m Tiefe auf die erste größere Öllagerstätte.

Quelle: http://www.seilnacht.com/Lexikon/k_gesch.html
 

1)    Bei der Polymerisation wachsen Moleküle unter Auflösung der C=C (Kohlenstoff)-Doppelbindung zu langkettigen Riesenmolekülen. Die Reaktion wird durch Initiatoren, die Radikale oder Ionenketten bilden, ausgelöst. Zu den Kunststoffen aus Polymerisaten gehören Plexiglas, Polyacrylnitril, Polyethen, Polystyrol, PVC oder Teflon.



 


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